„Glückspäckli-Service“ in Ihrem Gehirn

Warum die Götter das Glück im Menschen selbst versteckten – und wie Sie es finden, ohne danach zu suchen.

Liebe Leserinnen und Leser


Was macht Sie glücklich?
Ihr Job? Das Geld? Freunde? Die Liebe zum Menschen, zur Natur, zum Tier? Mehrfachantworten sind erlaubt, denn Glück ist Vielfalt – und individuell.
Die gute Nachricht: Menschen können Glück finden, ohne krampfhaft danach zu suchen, und das ganz ohne Drogen oder Psychopharmaka.
Greifen Sie zu und seien Sie willkommen zu diesem glücklichen Newsletter für ein glückliches neues Jahr 2026!


Wo die Götter das Glück versteckten
Vor langer Zeit wollten die Götter den Menschen das Geschenk des Glücks machen, aber sie wollten es nicht zu früh übergeben – die Menschen sollten erst reif genug sein, damit sie verantwortungsvoll damit umgehen können. Also überlegten sie, wo sie es verstecken könnten: auf dem höchsten Berg, in der tiefsten Höhle, am Grund des Ozeans?
Doch die Götter zögerten, denn was, wenn die Menschen mit ihrem Ehrgeiz und Verstand vorzeitig danach suchten? Sie würden früher oder später jeden dieser Orte erreichen.
Plötzlich kam ein Gott auf eine geniale Idee: «Lasst uns das Glück im Menschen selbst verstecken – dort werden sie wahrscheinlich zuletzt suchen.»
So kam es, und bis heute suchen die Menschen immer noch im Aussen nach dem Glück.


Warum die Glücksjagd oft unglücklich macht
Vor Jahrhunderten war Glück göttlicher Natur, heute heisst es: Jeder ist selbst seines Glückes Schmied. Menschen beschäftigen sich intensiv mit dem eigenen Glück und damit, wie sie zu diesem grandiosen Zustand gelangen und ihn möglichst lange halten können oder zumindest oft wiederholen können – doch Statistiken zeigen, dass das Glück in unserer Gesellschaft nicht zunimmt, nur weil sich Menschen damit beschäftigen.
Untersuchungen zeigen sogar: Glücksempfinden nimmt ab und am unglücklichsten sind diejenigen, die am intensivsten dem Glück hinterherlaufen, weil sie ins Grübeln kommen und alles hinterfragen. Mehr Wissen ist nicht immer ein Zugewinn, und Glück stellt sich nicht automatisch dadurch ein, dass wir möglichst viel über Glück wissen.
Auch Ziele oder Erfolge machen den Menschen nur bedingt glücklich – Aus meinem ehemaligem Zuhause, dem Südtirol: Reinhold Messner  empfand auf dem Mount Everest kein Glück, er wollte schnell nach unten. Und das Glück stellt sich im Tal ein, als er Kinder lachen sah und ihm Blumen überreicht wurden. Zielerreichung ist nicht zwangsläufig mit Glück verbunden, aber das Streben nach etwas ist extrem wichtig, damit der Mensch sich glücklich fühlt.


Was Glück wirklich bedeutet
Das Wort «Glück» kommt aus dem Althochdeutschen und meint eine plötzlich auftretende günstige Fügung – also nichts, was man sich intellektuell erarbeiten muss, sondern etwas, was sich weitgehend zufällig ereignet und einem spontan widerfährt.
Glück hat mit Aufmerksamkeit zu tun, damit, es wahrzunehmen, wenn es uns von selbst begegnet. Gewahrsein – sich selbst und seinem Umfeld gegenüber – ist die Voraussetzung, um Glück zu erfahren.


Der wichtigste Glückslieferdienst: Dopamin 🎁
Hormone und Neurotransmitter können nicht abschliessend erklären, was Menschen fühlen, wenn sie glücklich sind, aber ein Botenstoff verdient besondere Aufmerksamkeit: Dopamin – ist quasi der Hermes des Glücks.
Dieses Hormon schütten wir aus, wenn wir etwas Positives erwarten, also in Situationen der Vorfreude. Sobald etwas Schönes unmittelbar bevorsteht, ist die Ausschüttung von Dopamin am höchsten – wenn wir es dann haben, sinkt die Konzentration schon relativ bald wieder ab.
Wenn Sie also im Restaurant Ihr Lieblingsgericht bestellt haben, ist Ihr „dopaminerges“ Glück am höchsten, bevor das Essen kommt, denn wir freuen uns mehr auf etwas, als wenn wir es bekommen haben. Deshalb freuen wir uns mitunter mehr aufs Wochenende als am Wochenende, und die Adventszeit ist aufregender als Weihnachten.


Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.
Im Haus des Glücks bewohnt die Vorfreude das grösste Zimmer.
Dopamin übernimmt noch eine andere wichtige Aufgabe: Es sorgt für unseren Antrieb, für Hummeln 🐝 im Hintern und dafür, dass wir selbigen hochkriegen. Dopamin ist also nicht nur ein Glückshormon, sondern eine Art Motivationsdroge – und genau genommen ist unser Gehirn nicht für den Genuss alleine gemacht, sondern für das Streben danach.
(Sie glauben gar nicht, zu was ich alles bereit bin, wenn ich Schokolade will.😉)


Tipp Nr. 1 für kleines Alltagsglück: Schaffen Sie sich Vorfreuden
Nehmen wir an, Sie befinden sich in einer Situation, in der Sie keine Freude oder keinen Genuss verspüren können – etwa weil Sie an einer kräftezehrenden Aufgabe sitzen, unter Zeitdruck stehen oder weil Sie gerade etwas unerträglich langweilt.
Dann schliessen Sie die Augen und stellen Sie sich bildlich vor, worauf Sie sich bald freuen dürfen. Nehmen Sie sich vor, nach einem anstrengenden Tag etwas Besonderes am Abend zu tun – Kleinigkeiten sollten reichen, aber Sie sollten es sich sinnlich-konkret vorstellen können und es sollte sie mit guten Gefühlen belohnen, sonst erzeugt die Vorfreude keinen biochemischen Effekt.
Dass Sie Ihr Glück dafür vielleicht ein paar Stunden aufschieben müssen, ist nicht schlimm, denn die Vorfreude ist ja schon da, Dopamin ausgeschüttet und es lässt Sie die Hürde von unliebsamen Aufgaben eher, ja vielleicht sogar beschwingter, hinter sich bringen. 


Zum neuen Jahr
Ich möchte mich in diesem Newsletter nicht zu ausführlich damit beschäftigen, was Sie alles tun können und was konkret das in Ihrem Hirn auslöst, deshalb belassen wir es bei diesem ersten Tipp. Vielleicht gibt es in einer weiteren Folge mehr davon und Sie freuen sich ja schon darauf 😉?! – aber so ist nun meine Vorfreude, Sie auch im neuen Jahr wieder hin zu einem gesundes und freudvollem Jahr zu begleiten.🍀


Ihr Körper als Glücksquelle
Sie haben in diesem Newsletter gesehen, wie eng Körper und emotionale Befindlichkeit miteinander verwoben sind – von der Dopamin-Ausschüttung bis zur Vorfreude, die wir körperlich spüren und uns Hürden überwinden lässt, uns motiviert Dinge in Angriff zu nehmen. 
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Körper und Emotion zusammenhängen? Wie Ihre Haltung Ihr Verhalten beeinflusst? Wie Sie Ihren Körper so einsetzen, dass er weniger schnell verschleisst – und Sie sich gleichzeitig bewusster werden, was das mit Ihrer Persönlichkeit zu tun hat?
Dann gibt es wieder Gelegenheit dazu:
Bewegung als Medizin🗓 24. Januar 2025, 08:30–12:00 Uhr➝ Noch 1 Platz frei!


Ich wünsche Ihnen ein gesundes neues Jahr 2026🍀!


Und nun interessiert mich sehr: Sie? Worauf freuen Sie sich denn ganz besonders?

 

Herzlichst, 

Juliane Forchhammer

THE BALANCE ACADEMY