Genuss braucht keine Pralinés
Warum wir Genuss mit Ungesundem verwechseln und was das mit Ihrer Haltung zu tun hat.

Liebe Leserinnen und Leser
Kürzlich war ich in Zürich in einem Kurs. Als ich das Gebäude verliess, fiel mein Blick auf einen Slogan auf einem Auto:
«Genussmomente für Ihr Unternehmen».
Neugierig geworden, habe ich nachgeschaut, was dahintersteckt: Wertschätzung und individuell bedruckte Pralinés für Kundinnen, Kunden und Mitarbeitende.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht – und einige Fragen aufgeworfen:
· Ist Genuss grundsätzlich ungesund?
· Ist gesundes Verhalten automatisch mit Verzicht verbunden?
· Warum wird Genuss so häufig mit Fülle, Süssigkeiten oder Übermass gleichgesetzt?
· Weshalb verbinden wir Gesundheit mit Disziplin, Kontrolle und dem «inneren Schweinehund, der überwunden werden muss»?
Ist das nicht ein Paradoxon?
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Wenn Sie an Weihnachten ein genussvolles Mahl oder ein Dessert geniessen – dann tun Sie das mit vollem Herzen! Ich möchte Ihnen kein schlechtes Gewissen machen. Geniessen Sie das gemeinsame Mal. Gemeinsamkeit ist unverzichtbar für Gesundheit.
Ich möchte Ihnen nur eine andere Perspektive anbieten: Genuss muss nicht mit Übermass verbunden sein – und gesundes Verhalten nicht mit Verzicht.
Wir können Genuss auch anders definieren.
Nicht als kurzfristige Belohnung, sondern als Teil eines nachhaltigen, gesunden (Arbeits-)Alltags.
Was wäre, wenn «Genussmomente für Ihr Unternehmen» auch bedeuten würden:
· Regelmässig frische Luft durch ganz bewusstes Lüften
· Bewegung im Alltag, z. B. ein Spaziergang über Mittag
· Ruheräume für Regeneration
· Begrünte Arbeitsräume
· Obst statt zuckerhaltiger Getränke oder Schokolade aus dem Automaten
· Ein Meeting im Gehen – fördert Gesundheit, Kreativität und Austausch
· Ein bewusster Wechsel zwischen sozialem Miteinander und fokussierter Arbeitszeit – stärkt Leistung und Wohlbefinden
Doch solche Ansätze brauchen Mut – von der Führung und von jedem Einzelnen. Statt im Modus von «Funktion und schnell wieder nach Hause» könnten wir fragen: Was würde den Arbeitsort zu einem Ort machen, an dem ich gerne bin? Ein Ort an dem es mir leicht fällt, mich so zu verhalten, dass ich gesund bleibe und einen Teil für die Gesellschaft beitragen kann?
Was bedeutet Genuss für Sie persönlich? Ich bin gespannt, was Sie sagen und welche Ideen Sie haben, was Genuss alles sein kann
Gesundes Verhalten ist nicht automatisch mit Verzicht gekoppelt.
Es ist eine Entscheidung für sich selbst. Eine bewusste Entscheidung der Selbstfürsorge.
Sich gut zu spüren und wahrzunehmen, was im jeweiligen Moment wirklich wichtig ist, ist wesentlich.
Haltung ist mehr als Ergonomie
Genau hier kommt die Haltung ins Spiel – nicht nur die körperliche, sondern auch die innere.
In meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Haltung bedeutet nicht nur, den Körper ergonomisch zu bewegen oder so zu bewegen, dass Verschleiss nicht vorzeitig auftritt und Gelenke ausgewogen bewegt werden.Haltung ist dabei mehr als Ergonomie.
Haltung bedeutet nämlich, sich im eigenen Körper gut wahrzunehmen und eine stimmige Verbindung zwischen körperlichen Bedürfnissen und Emotionen, Ideen und Vorstellungen herzustellen.
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🎁 Weihnachtsgeschenk-Tipp: Schenken Sie einem Menschen, dessen Gesundheit Ihnen am Herzen liegt, echten Genuss – die Fähigkeit, sich im eigenen Körper wieder wohlzufü
Zum Jahresausklang
Ich wünsche Ihnen von Herzen eine friedliche und freudvolle Weihnachtszeit.
Vielleicht nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, was Genuss für Sie wirklich bedeutet.
Und vielleicht gönnen Sie sich in diesen Tagen ganz bewusst:
- Ein paar tiefe Atemzüge
- Oder einen Spaziergang an der frischen Luft alleine oder gemeinsam
Vielleicht merken Sie dann: Echter Genuss braucht keine Pralinés. Er braucht nur einen Moment, in dem Sie ganz bei sich sind.
Herzlich
Juliane
THE BALANCE ACADEMY
