Warum wir lieber an Aliens glauben als an Fleiss

Warum schreiben wir Stonehenge lieber Ausserirdischen zu als menschlichem Fleiss? Ein Streifzug von der Steinzeit zur Frage, aus welcher inneren Haltung heraus wir für unsere Gesundheit sorgen.

 

Liebe Leserin und lieber Leser

Vor Kurzem war ich in einem Kurs zur Naturphilosophie, in dem wir die Entwicklung der Medizin durch die Menschheitsgeschichte nachgezeichnet haben – von den frühesten Vorstellungen von Gesundheit bis heute. An einer Stelle kamen wir dabei auf Stonehenge zu sprechen. Und dieser Gedanke hat mich seither nicht mehr losgelassen.

Stonehenge fasziniert seit Jahrhunderten. Wie haben Menschen vor 5000 Jahren, ganz ohne Maschinen, tonnenschwere Steine über hunderte Kilometer transportiert und so exakt an der Sonne ausgerichtet, dass sie noch heute zur Sommersonnenwende den Sonnenaufgang perfekt einrahmen?

Die Antwort der Archäologie ist eigentlich bekannt: Schlitten, Baumstamm-Rollen, geschmierte Holzbahnen, Erdrampen, Hebel – und vor allem Tausende von Menschen, die über Generationen hinweg beharrlich zusammengearbeitet haben. Kein Geheimnis, sondern schlicht ausserordentliche menschliche Ausdauer und Organisation.

Und doch: Die populärere Erklärung ist bis heute eine andere. Ausserirdische. Verlorene Hochzivilisationen. Übernatürliche Kräfte.

Warum eigentlich?

Die nüchterne Erklärung ist genauso beeindruckend wie die spektakuläre – vielleicht sogar mehr, weil sie zeigt, wozu gewöhnliche Menschen fähig sind. Trotzdem greifen wir lieber zur grossen Geschichte als zur einfachen Wahrheit. Das ist kein Zeichen von Dummheit, sondern ein sehr menschliches Muster:

Wir glauben oft, bevor wir denken.

Spektakuläre Erklärungen berühren uns emotional, nüchterne überzeugen nur unseren Verstand. Und im Zweifel gewinnt das Gefühl.

Ein Bauwerk ohne Bauplan

Aber halten wir einen Moment beim Nüchternen inne – denn es ist erstaunlicher, als es klingt.

Diese Menschen hatten keine Schrift. Keine Zeichnungen, keine Masspläne, keine Blaupause, die man über Generationen hätte weiterreichen können. Wie also hält man ein Vorhaben zusammen, das länger dauert als ein einzelnes Menschenleben?

Die Antwort liegt vermutlich in etwas, das diese Menschen meisterhaft beherrschten: die Beobachtung der Natur. Wer von Jahreszeiten, Licht und Ernte abhängt, lernt, das Wiederkehrende zu lesen. Und die Sonne geht jedes Jahr wieder an derselben Stelle auf – verlässlich, überprüfbar, ohne dass man es aufschreiben müsste.

Aus diesem verlässlich Wiederkehrenden haben sie eine Achse gewonnen – eine gedachte Linie zwischen dem Betrachter und der aufgehenden Sonne, an der sich das ganze Bauwerk ausrichtet. Ein einziger sicherer Bezugspunkt, den der Himmel jedes Jahr aufs Neue bestätigt. Und von dieser Ausrichtung aus wurde weitergebaut – von innen nach aussen, Schritt für Schritt, immer rückgebunden an das, was sich bewährt.

Einen Bauplan im heutigen Sinn gab es nicht. Was schon stand und was der Himmel jedes Jahr aufs Neue zeigte, gab den nächsten Schritt vor.

Von innen nach aussen

Genau dieses Prinzip beschäftigt mich in meiner Arbeit – und es ist der Kern meiner Matrix.

Denn auch eine gesunde Veränderung entsteht selten aus einem von aussen aufgezwungenen Ideal, dem wir dann atemlos nachjagen. Sie entsteht aus einem verlässlichen Bezugspunkt im Inneren: aus der eigenen Haltung, aus dem, was verkörpert erlebt wird, aus dem, was ist.

Von diesem inneren Punkt aus wird nach aussen weitergearbeitet – in die täglichen Routinen, in den inneren Dialog, in die Verankerung im sozialen Umfeld. Die innere Haltung wird zur Achse, an der sich das Übrige ausrichtet. Nicht aufgesetzt, sondern gewachsen – so wie die Sonnenwend-Linie nicht der Landschaft aufgezwungen, sondern aus dem Himmel abgelesen wurde.

Was das mit Ihrer Gesundheit zu tun hat? Sehr viel, wie ich finde.

Jede Handlung, die wir setzen – ob wir uns bewegen, essen, ausruhen, uns behandeln lassen oder eben nicht – hat ein Motiv dahinter. Und die entscheidende Frage ist oft nicht, was wir tun, sondern aus welcher inneren Haltung herauswir es tun.

Handeln wir aus Angst, aus Erschöpfung, aus dem Gefühl, nicht zu genügen? Oder aus einem verlässlichen inneren Bezugspunkt – einer Ausrichtung, die trägt?

Sich dieser Haltung bewusst zu werden, verändert vieles. Nicht nur, ob eine Veränderung gelingt, sondern wie sie sich anfühlt – ob sie sich anstrengend und erzwungen anfühlt, oder stimmig und tragfähig.

Das eigentliche Wunder

Vielleicht liegt genau darin das «Geheimnis», das wir so gerne den Aliens zuschreiben: nicht in übernatürlichen Kräften, sondern in einer zutiefst menschlichen Fähigkeit. Aus dem, was verlässlich wiederkehrt, eine Achse zu bilden – und von innen nach aussen etwas zu bauen, das über die Zeit trägt.

Das mussten die Erbauer von Stonehenge nicht aufschreiben.

Und Sie müssen es auch nicht. Sie müssen es nur in sich wiederfinden.

Bewegung als Medizin – der Kurs

Wenn Sie erfahren möchten, wie Ihre Haltung Ihr Verhalten beeinflusst und wie Sie Ihren Körper als verlässlichen Bezugspunkt für eine gesunde Balance nutzen können, lade ich Sie herzlich ein:

🗓 Termin: Samstag, 26. September 2026 

🕗 Zeit: 08:30–12:00 Uhr 

📍 Ort: Vorderdorfstrasse 46, 8753 Mollis 

💰 Kosten: CHF 200.– 

👥 Max. 6 Teilnehmende

PS: Worum es in diesem Newsletter geht – die eigene Haltung als innere Ausrichtung für nachhaltige Veränderung – ist auch das Herzstück meines Buches «Balance statt Schmerz – Über den Körper zur gesunden Identität». Der letzte Schliff wird gerade gemacht, und es erscheint bald. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen schönen Restsommer.

Herzlich Juliane

THE BALANCE ACADEMY